Biographie

Dr. Karsten Heinz Schönbach entstammt einer ostdeutschen Arbeiterfamilie aus Eisenhüttenstadt. Die Eltern Schönbachs entschieden sich 1982 aus der SED auszutreten. Die Mutter war zuvor jahrelanges Mitglied der Bezirksleitung einer SED-Organisation und der Vater Kreisleiter der „Nationalen Front“. Dadurch wurden die Eltern de facto zu Dissidenten, die sich darüber hinaus weigerten, aus der DDR auszureisen. Diese Situation wirkte sich in der Kindheit Schönbachs als große Herausforderung mit vielen Hindernissen aus, die nicht ohne Weiteres gemeistert werden konnten und viele entscheidende Charakterzüge des späteren Historikers prägten.

Nach seiner Schulzeit wurde Schönbach zunächst im Stahlwerk Eisenhüttenstadts zum Maschinensystemtechniker ausgebildet. Später erwarb er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur am „Charlotte-Wolf-Kolleg“ in Berlin. Er studierte nach dem Abitur Volkswirtschaft, Geschichte und Germanistik an der Humboldt Universität zu Berlin und an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald. In Greifswald begann er während des Studiums bereits mit seinen Studien zum Faschismus in Deutschland.

Im Sommer 2012 promovierte Dr. Schönbach bei dem deutschen Faschismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Wippermann an der Freien Universität zu Berlin mit der Arbeit „Die deutschen Konzerne und der Nationalsozialismus“. Wippermann bezeichnete die Arbeit als „Standardwerk“ zu diesem Thema. Diese Arbeit widerlegte die bürgerlich-konservative Position von der angeblichen Nichtbeteiligung der deutschen Großindustrie beim Aufstieg Hitlers. Er publizierte seitdem mehrfach zu diesem Thema und dürfte mittlerweile der letzte noch aktive deutsche Faschismusforscher von akademischem Rang sein (2020).